Rundbrief 2018 pdf

Leipzig, im Advent 2018

Liebe Geschwister,

liebe Freunde in Deutschland und in Israel,

 

im September vor 40 Jahren begann die Arbeit der Burg. Kinder und Jugendliche, auf der Suche nach einem festen Halt in ihrem Leben, brachten sich gegenseitig mit in mein kleines Zimmer in der Arndtstrasse, hier in Leipzig.  Nachdem dann sozial schwache Mütter und Väter mitgebracht wurden, gestrandete Weltverbesserer dazu kamen, Haftentlassene und „helfende“ Studenten sich einfanden, wurden Möbel verrückt und Platz gemacht.  Außer Zwieback und  „Fettbemmen“, hatte ich  neben Liedern und Gebeten für jeden nur einen persönlichen Segen  im Angebot. Als vor allen die Kinder merkten, dass man wirklich mit diesem Gott reden kann, nutzten sie das reichlich. „Herr Gott, bitte helfen Sie mir….“, und ER antwortete. Es war eine Zeit vieler Gebetserhörungen. Bald brauchte das ganze Unternehmen einen Namen. „Du, Gott, bist unsere Burg“, nur ER konnte Halt und Geborgenheit geben. So war die „Burg“arbeit geboren. Neben den gemeinsamen Nachmittagen und Abenden wirkten unsere Burgrüstzeiten wie ein Magnet und es kamen zu unserer „bunten Truppe“ auch Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichsten Gemeinden dazu, zuerst aus Leipzig, dann aus ganz Ostdeutschland. Sie lernten viel voneinander- und manches „brave“ Kind merkte, dass es gar nicht so sehr anders tickt als der Rabauke neben ihm, nur eben viel besser mit Messer und Gabel zurechtkommt. Wir brauchten also alle miteinander dieses Zuhause sein bei Gott. Nach der Wendezeit kam es zu einer gestaffelten Festlegung der Schulferien, je nach Bundesland und so wurde eine Teilnahme aller Kinder gar nicht mehr möglich. Nur unsere Studenten, von denen einige wunderbare Mitarbeiter geworden sind, konnten zeitlich flexibler sein. Momentan kommen die meisten Kinder und Jugendlichen zu unseren Rüsten aus Sachsen – Anhalt. Menschen sollen Heimat in Gott finden, dieser tiefste Herzenswunsch zieht sich bis heute durch die gewachsenen Aufgaben und Angebote unseres Dienstes. Die Liebe   zum jüdischen Volk 

seinem Land Israel gehört zu unseren großen   geschenkten Kostbarkeiten. Manche der erwachsen gewordenen „Burgkinder“ sind heute nicht nur aktiv in Gemeinden, sondern pflegen auch Freundschaften zu Israel, weil sie wissen, Gemeinde Jesu und Israel sind untrennbar miteinander verbunden.  Vor drei Jahren trennten wir uns ganz bewusst von den Förderungen des Jugendamtes und den damit verbundenen kirchlichen Zuschüssen, die uns für einige Zeit nach der Wende eine große Hilfe waren. Nach diesem Schritt sind wir heute, nach 40 Jahren, in einer völlig neuen Situation. Wir sind frei von Vorgaben und Forderungen des Staates und der Institution Kirche. Wir sind frei nach biblischen Maßstäben Reich Gottes zu bauen und unterwegs zu sein mit Seinem Volk Israel. Was Gott mit uns vorhat, wissen wir noch nicht genau. Dass unsere Arbeit in den kommenden Jahren innerhalb unseres Auftrages anders gewichtet sein wird, lässt sich erahnen. Ganz herzlichen Dank an alle, die im Gebet und auch durch finanzielle Unterstützung diesen Weg mit uns gehen. Dank an Marcus Zorn, der momentan für eine halbe Stelle bei uns angestellt ist.  Ruhig, verlässlich und professionell arbeitet er in den sehr verschiedenen Bereichen unseres Werkes und wird von allen geschätzt, besonders von unseren Teenagern.

 

Dorothea B. schreibt zum Burgcafé: Wenn wir in Connewitz unterwegs sind, fragen die Kinder oft, ob das Burgcafé heute geöffnet hat. Zu gern kommen wir ins Burgcafé. Da das Burgcafé leider nur noch einmal im Monat samstags geöffnet hat, können wir nicht mehr so häufig Gäste sein. Nichts desto trotz fühlen wir uns sehr wohl und freuen uns darauf Freunde und andere Familien wieder zu treffen und auch ab und an mal ein neues Gesicht zu sehen. Erst letztens stellten wir im Café fest, dass wir alle älter werden und wie schnell doch die Zeit vergeht. Die kleinen Kinder von damals sind inzwischen schon richtig groß geworden und helfen zum Teil selbst schon im Burgcafé mit. Trotz dieser äußerlichen Veränderungen bleibt der Mittelpunkt doch gleich. Das Burgcafé als friedvoller Ort der Begegnung und des Miteinanders. Ich freue mich, dass einige Mitarbeiter dem Burgcafé treu geblieben sind. Vielen Dank dafür! Es ist auch schön mit anzusehen, dass es aus den jugendlichen Reihen neue Mitarbeiter gibt, die Freude daran haben für andere etwas zu geben und sich einzubringen. Ich wünsche den Mitarbeitern Gottes Segen, Freude und viel Kraft für ihren Dienst.

 

Marcus berichtet zu Beiersdorf: Unser Freizeitenhaus Beiersdorf haben wir als Burg nur zur Sommerrüstzeit im Juli genutzt. Mit 20 angemeldeten Kindern hatten wir wieder eine gute und gesegnete Zeit. Hanna Adam übernahm die Verkündigung zum Thema Heiliger Geist. Leider konnten wir den See nicht mehr für eine Abkühlung zwischendurch nutzen. Er ist jetzt in Privatbesitz und mit einem großen „Naturzaun“ bis hin zum Fußballplatz abgegrenzt. Eine Herbstrüstzeit fiel auf Grund von Teilnehmermangel in Beiersdorf aus. Als Vermietungsgäste war eine Gruppe der Heilsarmee zur Gemeindefreizeit in Beiersdorf. Sie fühlte sich, wie schon so oft, sehr wohl. Über Silvester ist ihrerseits ebenfalls eine Freizeit in unserem Haus geplant. Die zurückgehende Nutzung der Beiersdorfer Schule sowie die Privatisierung des angrenzenden Geländes mit dem See scheinen zu bestätigen, dass die Rückgabe der Schule an die Stadt Grimma zum Ende des Pachtvertrages 2022 an der Zeit ist. Die abgesagte Herbstrüstzeit wurde interimsmäßig mit denen, die sich bereits angemeldet hatten im Burg-Café durchgeführt. Es war ein Versuch herauszufinden, ob sich die Räumlichkeiten für eventuelle Rüstzeiten eignen. Leider ist dem nicht so. Trotz beschwerlicher Umstände hatten wir aber eine gesegnete Zeit in Leipzig.

 

Marcus berichtet zur Israelarbeit: Dieses Jahr waren wir eine lange Zeit in Israel, vom 11. April bis 06. Mai. Mit dabei waren; Sieglinde, Christoph, Marcus, Tino (Grimma), Marion und Lars (Erfurt) und Silke (Leipzig). Während Tino und Christoph die ersten 10 Tage per Fuß das Land erkundeten, waren Sieglinde und ich in einer Ferienwohnung in Tiberias. Von dort aus fuhren wir mit einem kleinen Mietauto durch das gelobte Land, sogar bis zum Mt. Hermon (Seilbahnstation) und es war rings herum friedlich. Nach dieser Zeit trafen wir uns in Jerusalem alle wieder. Dort kamen auch Marion, Silke und Lars dazu. Wir arbeiteten wieder einmal in der Zentrale der Yad-Sarah, in der Rollstuhlabteilung. Dort werden gebrauchte, defekte Geräte wieder gereinigt und instandgesetzt. Marion, Silke und Christoph arbeiteten am Mt. Scopus im Hadassah-Krankenhaus. Ich war ja schon das vierte Mal bei einem Arbeitseinsatz dabei und es ist eine Freude, wenn man das eine oder andere bekannte Gesicht wiedersieht, voll Dankbarkeit, dass wir diesen Dienst tun. Die Begegnung mit deutschsprachigen alten Juden, die den Holocaust überlebt haben und stockend ihre Geschichte erzählten, hat uns besonders betroffen gemacht und der Kontakt zu ihnen wurde für uns ein bleibender Eindruck.  Zu guter Letzt besuchten Sieglinde, Christoph und ich unseren langjährigen Freund Zwi und seine Frau Shifra in Ramat-Hasharon. Sie feierten mit uns den Schabbatbeginn. Für Christoph Schuh war es der letzte Einsatz unter seiner Leitung. Seit 2011 übernahm er die ganze Organisation und Durchführung der Arbeitseinsätze mit viel Engagement und Freude. Dafür sind wir ihm sehr dankbar. Gott segne ihn für diesen Dienst.

 

Christine und Leif berichten aus Grimma zum Schomerberg: Liebe Burgfreunde, im Jahr 2018 lebten im „Haus am Schomerberg“ im Schnitt 7 – 8 Männer, eine Frau und ein Tagesgast. Ein Bewohner zog, nachdem er wieder Kontakt zu seiner Familie aufgenommen hatte, im Februar 2018 zu ihr nach Norddeutschland und im April ging ein weiterer Mitlebender zurück in sein eigenes Haus. So haben wir derzeit nur noch 5 Bewohner. Ein neuer Mitarbeiter, Rene´ Walther, Sozialarbeiter, hilft uns seit April 2017 wöchentlich mindestens einmal. Leif´s Mutter unterstützt uns weiterhin regelmäßig und hilft auch den Bewohnern bei verschiedenen Problemen. Leif ist seit Oktober 2017 krank und wird es mindestens noch bis Anfang 2019 sein, denn nach der Vergiftung durch Amalgam kam noch ein Hirntumor hinzu. Aus diesem Grund werden momentan keine neuen Bewohner aufgenommen. Christine bemüht sich nun allein um einen geordneten Tagesrhythmus für alle Bewohner. Dazu gehören nicht nur das gemeinsame Putzen und Kochen, sondern auch das tägliche Heizen und, die Gartenarbeit, bis in den Herbst hinein. Wir hoffen, dass Leif spätestens im Frühling des nächsten Jahres wieder gesund ist, denn die derzeitige Therapie schlägt gut an. Für Eure Begleitung mit Hilfen und Gebeten sind wir sehr dankbar und wir fühlen uns trotz allem geschützt und geborgen. Leif und Christine Reupert

 

Walter berichtet aus der Arche Pegau:

Liebe Freunde, Gott heilt, die zerbrochenen Herzens sind und verbindet ihre Wunden.

Ps 147,3 Gott sei Dank hat sich der Gesundheitszustand von Walter weiter stabilisiert, so dass beide Knie inzwischen fast durchgehend stabil und ohne Schmerzen sind. Leider haben sich keine neuen Mitarbeiter gefunden, so dass wir nach einem weiteren Jahr der provisorischen Arche Arbeit beschlossen haben das Wohnprojekt zu beenden und nur noch ambulant zu arbeiten.  So bieten wir psychologische Beratung und christliche Trauma Begleitung in Pegau an. Die Ausbildung Walters zur Christlichen Trauma Begleitung hat im März 2018 gestartet und findet voraussichtlich im Sommer 2019 ihren Abschluss. Bitte betet um Schutz bei der Begleitung traumatisierter Menschen und dafür dass Menschen die durch das Leben und oft durch andere Menschen schwer verletzt wurden Heilung und Wiederherstellung erfahren. Gott ist der der auch solche Verletzungen heilen kann, aber es braucht oft auch menschliche Begleitung mit viel Geduld und Liebe und auch Fachwissen im Bereich Traumatherapie. Um weiter auch für Menschen mit geringen Finanzmitteln Beratung anbieten zu können, wäre es hilfreich, wenn die Arbeit auch weiterhin durch Spenden mit unterstützt würde. Liebe Grüße aus Pegau Walter und Hanna Zink

 

Marc berichtet zur Vorstandsarbeit: Am 19. Mai 1993 wurde in Grimma-Hohnstädt die Burgarbeit zu einem eingetragenen Verein. Damit blicken wir auf 25 Jahre Vereinsarbeit zurück. Bis dahin wurde die Burg nach außen hin von dem Werk der Inneren Mission Leipzig vertreten. Die Vereinsgründung wurde notwendig, um die gewachsenen Aufgaben, auch außerhalb unseres Landes als Burg, von Gott geleitet fortführen und ausbauen zu können. Die Vereinsgründung ermöglichte es, dass wir eigenständig der Vision Gottes folgen konnten. Den Glauben an Gott haben wir dabei nicht verloren. Ganz im Gegenteil, Gott hat uns durch schwierige Zeiten hindurchgeführt. Der Vorstand hat im Vertrauen manch ungewissen Weg eingeschlagen, dabei konnten wir immer wieder aufs Neue die Güte Gottes erfahren. Was wir brauchten haben wir empfangen. Die Burgarbeit ist seitdem zum Lebensmittelpunkt vieler Menschen geworden. Gott sei Dank! Im kommenden Jahr wird ein neuer Vorstand gewählt werden. Vielleicht fühlt sich mancher angesprochen einer der zukünftigen Vorstände zu sein?

 

Mit der Jahreslosung für 2019 „Suchet Frieden und jaget ihm nach“, erbitten wir für uns alle Frieden mit Gott, mit uns selbst und unseren Mitmenschen.

Wir danken allen unseren Mitgliedern und treuen Freunden für ihre Gebete und praktischen Zuwendungen.

Unser himmlischer Vater segne uns alle aus dem Reichtum seiner Gnade

 

In herzlicher Verbundenheit

 

Sr. Sieglinde Drechsler

Marcus Zorn

 

 
 
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